Handy für Kinder: Gefährliche Folgen –  Smartphone-Nutzung durch Kinder und Jugendliche

Smartphone-Nutzung durch Kinder und Jugendliche gefährlich?

Wissenschaftler und Experten schlagen Alarm: Ein Smartphone kann negative Auswirkungen auf den Körper und die Psyche von Kindern und Jugendlichen haben. Eine exzessive Nutzung sorgt für Konzentrationsschwächen und Hyperaktivität, aber auch einen steifen Nacken sowie Sehnenscheidenentzündungen.

Dennoch sind die Zahlen steigend: Im Jahr 2011 hatten nur 25 Prozent der 13 bis 19-Jährigen ein Smartphone, nur fünf Jahre später, also im Jahr 2016, waren es bereits 97 Prozent. In der Politik wird sogar über ein Handy-Verbot für Kinder unter 13 Jahren diskutiert. Eltern sollten allerdings auch selbst auf das Nutzungsverhalten der Kinder achten und im Zweifel mögliche Maßnahmen vornehmen.

Kinder mit Smartphone am Pokemon spielen

Kinder mit Smartphone am Pokemon spielen

Die Gefahren durch das Smartphone

Einer Studie zur Folge verbringen Kinder und Jugendliche zwischen zwei und drei Stunden pro Tag am Mobiltelefon. Dabei liegen vor allem die Messenger, wie Facebook, Instagram oder WhatsApp, hoch im Trend.

Nicht selten werden dabei auch pornografische Inhalte geteilt. Experten kritisieren: Es gibt einen Schutz vor Alkohol und Drogen, doch die Gefahr durch Pornos auf dem Smartphone hat bisher niemand auf dem Schirm. Hinzu kommen Beleidigungen und Mobbing, mit denen Kinder am Smartphone zu kämpfen haben.

Etwa 14 Prozent der Nutzer über 10 Jahren haben derartige Attacken bereits am eigenen Leib erlebt. Das Selbstwertgefühl leidet darunter, nicht selten kommt es zu Konzentrations- oder Schlafstörungen.

Ähnlich, wie es auch bei Erwachsenen vorkommt, will der Nachwuchs immer und ständig erreichbar sein. Das führt zur Abhängigkeit und einer Sucht nach dem Handy. Nachrichten müssen direkt beantwortet werden. Außerdem gilt: Wer besonders viele Likes bekommt, ist bei Freunden sehr beliebt. Im Gegenzug kann das jedoch dazu führen, dass sich Jugendliche, die weniger Likes bekommen, in eine persönliche Krise stürzen. Sogar Depressionen, auch in Folge der Mobbing-Attacken, sind keine Seltenheit.

Eine exzessive Nutzung des Smartphones durch Kinder und Jugendliche kann sich allerdings auch auf den Körper auswirken. Die gebeugte und nach unten gerichtete Körperhaltung bringt besonders viele Risiken mit sich. Der Nachwuchs hat mit Verspannungen im Nacken sowie mit Schulterproblemen infolge des angewinkelten Arms zu kämpfen.

Die Anzahl an Sehnenscheidenentzündungen nimmt drastisch zu, sogar Langzeitfolgen sind nicht ausgeschlossen: Die gekrümmte Haltung beeinflusst die Atmung, der Sauerstoffanteil im Blut nimmt ab und es kann damit zu Gefäßerkrankungen kommen.

Eine Studie besagt, dass sich bereits nach wenigen Wochen die Hirnstruktur verändert. Dazu kommen die Befürchtungen, die es bereits seit Beginn der kabellosen Mobiltelefone gibt: Die Strahlung schädigt den Körper, kann Krebs verursachen und sogar das Risiko einer Impotenz fördern.

Die gebeugte Körperhaltung wiederum beeinflusst auch die Psyche. Der gesenkte Blick entspricht einer Haltung, die auch bei Trauer oder Depression eingenommen wird. Auch, wenn es nicht direkt spürbar ist: Diese negative Körperhaltung verändert das Bewusstsein der Smartphone-Nutzer.

 

Eltern sollten besonders auf Ihre Kinder achten

Kinder und Jugendliche wissen die Folgen der Smartphones noch nicht zu bewerten. Daher sind die Eltern besonders gefragt. Gerade zu Beginn der Handy-Nutzung ist es wichtig, klare Regeln aufzustellen. Mit Hilfe von fest definierten Zeiten kann die Dauer, die der Nachwuchs mit dem Mobiltelefon verbringt, besser kontrolliert werden. So kann man vermeiden, dass das Handy für Kinder zum Dauerstreitthema wird.

Zudem sollten die Eltern Ihren Nachwuchs nicht einfach machen lassen, sondern gemeinsam mit den Kindern die Problematik von Inhalten besprechen. Es ist wichtig, eine Auge auf die Aktivitäten zu werfen, um im Notfall rechtzeitig eingreifen zu können. Ein Verbot ist hingegen zu vermeiden. Wenn die Freunde bereits das Handy nutzen und untereinander in den Sozialen Netzwerken schreiben, wird das eigene Kind aus diesem Aktivitäten herausgehalten, was ebenfalls die Gefahr von Mobbing-Attacken steigert.

Handyfreie Zeiten helfen, um das Gefühl der ständigen Erreichbarkeit in den Griff zu bekommen. Möglicherweise ist auch der “Flugzeugmodus” ein hilfreiches Mittel dafür. Dabei ist es wichtig, dass die Eltern ihren Kindern ein Vorbild sind.

Wenn die Erziehungsberechtigten den ganzen Tag am Handy sind, weiß der Nachwuchs die Gefahren durch das Mobiltelefon gar nicht einzuschätzen. Am familiären Esstisch hat das Mobiltelefon nichts zu suchen. Und das gilt nicht erst ab dem Beginn der Smartphone-Nutzung durch die Jugendlichen: Schon während des Stillens oder der Betreuung des Säuglings ist darauf zu achten, das Handy nicht zu exzessiv zu benutzen.

 

Bringt das Smartphone auch Vorteile?

Natürlich bringt das Mobiltelefon auch Vorteile: Sowohl Eltern als auch Kinder fühlen sich durch die Erreichbarkeit sicherer. Das gibt zusätzliche Freiheiten für den Nachwuchs, dessen Entwicklung in Hinblick auf die Eigenständigkeit deutlich schneller voranschreitet. Auch für die Kommunikation mit Freunden und die Eingliederung in den Freundeskreis ist die Nutzung sehr wichtig.

Unter 13 Jahre: Ist ein Handy-Verbot hilfreich?

In der Politik wurde bereits über ein Handy-Verbot für den Nachwuchs unter 13 Jahren diskutiert. Experten halten diese Möglichkeit für eine unwirksame Lösung. Immerhin 90 Prozent der 13-Jährigen besitzen bereits ein Mobiltelefon, sodass ein entsprechendes Gesetz möglicherweise wirkungslos wäre. Außerdem sollten Jugendliche frühzeitig mit den Geräten in Verbindung kommen und die Gefahren der digitalen Welt kennenlernen. Ein bessere Lösung wäre nach Ansicht der Forscher daher, die richtige Nutzung des Handys sowie die Risiken durch die Smartphones im Schulunterricht zu integrieren.

 

Fazit: Eltern sollten das Risiko kennen!

Fakt ist: Die Nutzung des Mobiltelefons durch den Nachwuchs birgt Gefahren und Risiken. Darüber sollten sich die Erziehungsberechtigten im Klaren sein. Ein generelles Verbot ist dennoch zu vermeiden, stattdessen sollten die Eltern gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen die Nutzung des Smartphones besprechen und gültige Regeln aufstellen.

Es ist wichtig, die Handlungen des Nachwuchses am Mobiltelefon zu verfolgen, um im Zweifel schnellstmöglich eingreifen zu können – bevor es weitreichende Konsequenzen hat.

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